und hin und wieder ertappe ich es, es schleicht sich ganz leise ein baut ein Nest um sich in gewissen Momenten von den Geschichten anderer zu nähren. Da redet man immer vom “Salzburger Krebs” und hat selbst schon die Metastasen im Kopf. Gestern war ein guter Tag des Zufrieden seins und des Zurücklehnens, darum erkannte ich es sofort, als mir meine Freundin ihr neues IPad2 zeigte, dass in mir dieses Ding sitzt, das nach materiellem Besitz strebt. Zu Hause angekommen sah ich mich um. Der Fernseher den mir vor 2 Jahren Freund Zufall als Geschenk an einer Bushaltestelle hinterließ, die Couch meiner Schwester auf der ich schon vor 10 Jahren nach gemeinsamen lustigen Nächten glücklich einschlief. Der alte LapTop geschenkt vom einem ehemals Geliebten mit dem ich durch Himmel und Hölle gereist bin. Das IPhone mit dem zerbrochenen Glas von einem guten Freund der manchmal so nah an meiner Seele kratzt, dass sie sich selbst darüber wundern muss. All diese Dinge erzählen Geschichten, die kein Siri der Welt erzählen kann. Doch das schönste und wertvollste von allem sind die Bilder an der Wand. Menschen die mich glücklich machen, jeden Tag aufs Neue. Meine Familie, meine Freunde – mein wertvollster Besitz. Und wenn man ganz nah hingeht, schmecken sie nach angenehmen Tagen, flüstern von magischen Nächten, und riechen nach Leben.
Der Blick weitet sich auf die gesamte Wohnung in der ich mir schon immer mein Nest bauen wollte. Ich musste lachen über mich und über dieses Ding in meinem Kopf und wie man manchmal sein kann wenn die eigene Festplatte mit zu vielen unnötigen Daten vollgemüllt ist. Darum war es Zeit still und heimlich auf den Knopf zu drücken. Mein ganz persönlicher Reboot damit sie wieder Platz haben, sich entfalten und tanzen können, die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

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